Mündliche Prüfung B1: alle Aufgaben, Redemittel und wie du allein übst
Goethe-Zertifikat B1, ÖSD Zertifikat B1, telc Deutsch B1 und der DTZ prüfen alle das Sprechen, meist zu zweit, und ihre Aufgaben ähneln sich: sich vorstellen, über ein Thema oder ein Bild sprechen, eine kurze Präsentation halten, gemeinsam etwas planen. Dieser Ratgeber erklärt, was jede Aufgabe verlangt, und gibt dir Redemittel, die funktionieren, sowie eigene Beispielantworten. Du siehst auch, wo Prüflinge Punkte verlieren. Am Ende steht ein Vier-Wochen-Plan, mit dem du allein übst, ganz ohne Partner.
Die mündlichen Prüfungen B1 im Überblick
Vier Prüfungen führen zu einem Zertifikat auf Niveau B1, und ihre mündlichen Teile haben mehr gemeinsam, als die Namen vermuten lassen. In allen steckt dieselbe Aufgabe: mit deinem Partner oder deiner Partnerin gemeinsam etwas planen. Goethe und ÖSD bieten eine gemeinsame Prüfung an; sie ergänzen die Planungsaufgabe um eine kurze Präsentation und eine Feedbackrunde. Bei telc und beim DTZ beginnt die Prüfung mit einem Gespräch über dich selbst; danach geht es um ein Thema oder ein Bild.
| Prüfung | Prüfungsteile | Dauer | Vorbereitungszeit | Bestehen im Teil Sprechen |
|---|---|---|---|---|
| Goethe-Zertifikat B1 | 3: gemeinsam etwas planen (Teil 1), ein Thema präsentieren (Teil 2), über die Präsentationen sprechen (Teil 3) | Etwa 15 Minuten für zwei Prüflinge | 15 Minuten, allein | Sprechen ist ein eigenes Modul: mindestens 60 von 100 Punkten |
| ÖSD Zertifikat B1 | 3: dieselben Aufgaben wie beim Goethe-Zertifikat (eine gemeinsame Prüfung) | Wie beim Goethe-Zertifikat | Wie beim Goethe-Zertifikat | Wie beim Goethe-Zertifikat: mindestens 60 von 100 Punkten |
| telc Deutsch B1 (Zertifikat Deutsch) | 3: einander kennenlernen (Teil 1), über ein Thema sprechen (Teil 2), gemeinsam etwas planen (Teil 3) | Etwa 15 Minuten mit zwei Prüflingen | 20 Minuten | Mindestens 60 %: 45 von 75 Punkten, getrennt von der schriftlichen Prüfung bewertet |
| DTZ (Deutsch-Test für Zuwanderer) | 3: über sich sprechen (Teil 1), anhand eines Bildes über Erfahrungen sprechen (Teil 2), gemeinsam etwas planen (Teil 3) | Etwa 16 Minuten, meist zu zweit | Keine: Die Stichpunkte stehen auf dem Aufgabenblatt | Das Ergebnis wird als Niveaustufe angegeben: Für ein B1-Zertifikat brauchst du B1 im Sprechen; unter A2 im Sprechen gibt es kein Zertifikat |
Die Prüfungsformate werden von Zeit zu Zeit überarbeitet. Schau dir deshalb den aktuellen Modelltest für deine Prüfung an, bevor du anfängst. Die Links zu den offiziellen Modelltests findest du weiter unten auf dieser Seite.
Sich vorstellen und einander kennenlernen
Bei telc Deutsch B1 beginnt die Prüfung mit Teil 1, „Einander kennenlernen“: Du und dein Partner oder deine Partnerin lernt euch kennen, indem ihr einander Fragen stellt und beantwortet. Der DTZ beginnt mit „Über sich sprechen“: Anhand von ein paar Stichwörtern auf einem Blatt, etwa Name, Geburtsort, Wohnort, Arbeit und Familie, stellt ihr euch abwechselnd vor, und der Prüfer oder die Prüferin stellt jedem von euch danach eine Nachfrage. Das dauert pro Person etwa zwei Minuten.
Dieser Teil fühlt sich wie ein Aufwärmen an, zählt aber für dein Ergebnis. Du solltest klingen wie jemand in einem freundlichen Gespräch, nicht wie jemand, der einen Lebenslauf vorliest: ein bis zwei Sätze pro Stichwort, ein Detail, das die Antwort zu deiner eigenen macht, und bei telc eine Frage zurück an dein Gegenüber.
| Redemittel | Damit kannst du … |
|---|---|
| Ich heiße … und komme ursprünglich aus … | sagen, wer du bist und woher du kommst |
| Ich wohne seit … Jahren in … | sagen, wo du wohnst und seit wann |
| Ich arbeite als … / Zurzeit mache ich eine Ausbildung als … | über deinen Beruf oder deine Ausbildung sprechen |
| Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. | über deine Familie sprechen |
| Außer … spreche ich auch … | die Sprachen nennen, die du sprichst |
| Ich lerne Deutsch, weil … | erklären, warum du Deutsch lernst |
| In meiner Freizeit gehe ich gern … | über deine Freizeit sprechen |
| Und du? Woher kommst du? | die Frage an dein Gegenüber zurückgeben |
| Was machst du beruflich? | nach der Arbeit deines Gegenübers fragen |
| Das klingt interessant. Wie lange machst du das schon? | reagieren und nachfragen |
| Entschuldigung, könnten Sie die Frage bitte wiederholen? | den Prüfer oder die Prüferin bitten, eine Frage zu wiederholen |
Beispiel: sich anhand von Stichwörtern vorstellen
Ich heiße Tomasz Nowak und komme aus Polen, aus einer kleinen Stadt in der Nähe von Krakau. Seit vier Jahren wohne ich in Leipzig. Ich bin Elektriker und arbeite bei einer Firma, die Solaranlagen installiert. Ich bin verheiratet und wir haben eine Tochter. Sie ist sechs und spricht schon besser Deutsch als ich! Außer Polnisch spreche ich Englisch und ein bisschen Russisch. Deutsch brauche ich jeden Tag, vor allem bei der Arbeit, wenn ich mit Kunden spreche. Am Wochenende fahren wir oft mit dem Fahrrad an einen See.
Typische Nachfragen. Beim DTZ stellt sie der Prüfer oder die Prüferin; bei telc stellt dein Gegenüber ähnliche Fragen, vermutlich per du:
- Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
- Wie haben Sie Deutsch gelernt?
- Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?
- Was möchten Sie in fünf Jahren machen?
- Wie verbringen Sie am liebsten Ihr Wochenende?
Antworte auf Nachfragen in zwei bis drei Sätzen: Antwort, Grund, Beispiel. Ein Wort wie „Gut“ ist korrektes Deutsch, gibt den Prüfenden aber nichts, was sie bewerten könnten.
Über ein Thema oder ein Bild sprechen
Bei telc Deutsch B1 heißt Teil 2 „Über ein Thema sprechen“: Du sprichst über ein Thema und tauschst dich dazu mit deinem Partner oder deiner Partnerin aus. Beim DTZ heißt Teil 2 „Über Erfahrungen sprechen“: Jeder von euch bekommt ein anderes Bild, sagt, was darauf zu sehen ist und um welche Situation es gehen könnte, und beantwortet dann Fragen zu den eigenen Erfahrungen, pro Person etwa drei Minuten. Die Aufgaben unterscheiden sich, schau also in den Modelltest deiner Prüfung. Mit denselben vier Bausteinen kommst du aber durch beide.
- Beschreiben Sag, worum es bei dem Thema geht oder was du siehst: Wer ist auf dem Bild, wo sind die Personen, was passiert? Sag dann, was du vermutest. Eine Vermutung ist völlig in Ordnung, wenn du sie als Vermutung formulierst.
- Deine Erfahrung Stell einen Bezug zu deinem Leben her: Wann hast du das zuletzt gemacht, und wie war es? Eine kurze Geschichte in der Vergangenheit verrät den Prüfenden mehr über dein Deutsch als eine Aufzählung von Fakten.
- Dein Heimatland Vergleiche: Ist das bei dir zu Hause üblich, und was ist anders? Ein konkretes Beispiel überzeugt mehr als eine allgemeine Aussage.
- Deine Meinung Sag, was du denkst und warum. Wenn du mit einem Partner oder einer Partnerin sprichst, frag am Ende, wie er oder sie das sieht.
| Redemittel | Damit kannst du … |
|---|---|
| Auf dem Bild sehe ich … | mit der Bildbeschreibung beginnen |
| Im Vordergrund … / Im Hintergrund … | sagen, wo etwas ist |
| Ich vermute, dass … / Wahrscheinlich … | eine Vermutung zur Situation äußern |
| Das kenne ich gut. Letztes Jahr habe ich … | das Thema mit deiner eigenen Erfahrung verbinden |
| Bei uns in … ist das ganz anders. | mit deinem Heimatland vergleichen |
| In meinem Heimatland ist es üblich, dass … | beschreiben, was bei dir zu Hause üblich ist |
| Meiner Meinung nach ist … | deine Meinung sagen |
| Ich finde das gut, weil … | einen Grund nennen |
| Was denkst du darüber? | dein Gegenüber einbeziehen |
| Das ist eine gute Frage. Ich glaube, … | dir einen Moment zum Nachdenken verschaffen |
Beispiel: ein Bild von einem Wochenmarkt beschreiben
Auf dem Bild sehe ich einen Wochenmarkt. Im Vordergrund kauft eine ältere Frau Tomaten, und im Hintergrund stehen viele Stände mit Obst, Käse und Blumen. Ich glaube, es ist Samstagvormittag, denn der Markt ist sehr voll.
Ich gehe selbst gern auf den Markt, weil das Gemüse dort frischer ist als im Supermarkt. Außerdem kenne ich inzwischen ein paar Verkäufer, und wir reden immer kurz miteinander.
In meinem Heimatland, in Vietnam, kaufen viele Leute jeden Tag auf dem Markt ein, oft schon früh am Morgen. Supermärkte werden aber auch dort immer beliebter.
Meiner Meinung nach sind Märkte wichtig für eine Stadt: Man kauft regionale Produkte und trifft Menschen. Allerdings sind die Preise manchmal etwas höher.
Ein Thema anhand von fünf Folien präsentieren
Beim Goethe-Zertifikat B1 und beim ÖSD Zertifikat B1 heißt Teil 2 „Ein Thema präsentieren“. Du wählst eines von zwei Themen und präsentierst es etwa drei Minuten lang anhand von fünf Folien. Dafür bereitest du dich in den 15 Minuten vor der Prüfung allein vor. Du darfst dir Notizen machen, sollst aber frei sprechen. Schreib deshalb Stichwörter statt ganzer Sätze.
Die fünf Folien fragen jedes Mal nach denselben Dingen. Lern das Gerüst unten, dann musst du am Prüfungstag nur noch dein Thema einsetzen.
| Folie | Redemittel |
|---|---|
| 1. Thema vorstellen und sagen, wie dein Vortrag aufgebaut ist | Ich möchte heute über das Thema „…“ sprechen. Zuerst erzähle ich von meinen Erfahrungen, dann berichte ich über die Situation in meinem Heimatland. Danach spreche ich über Vor- und Nachteile und sage meine Meinung. |
| 2. Deine eigene Situation oder eine Erfahrung | Ich habe damit selbst Erfahrungen gemacht. Vor zwei Jahren habe ich … |
| 3. Die Situation in deinem Heimatland, mit Beispielen | In meinem Heimatland ist das etwas anders. Zum Beispiel … |
| 4. Vor- und Nachteile und deine Meinung, mit Beispielen | Ein Vorteil ist, dass … Ein Nachteil ist aber, dass … Ich persönlich finde, dass …, weil … |
| 5. Schluss und Dank | Zum Schluss möchte ich sagen, dass … Vielen Dank fürs Zuhören! |
Beispielpräsentation: Homeoffice, Folie für Folie
Folie 1: Ich möchte heute über das Thema „Arbeiten im Homeoffice“ sprechen. Zuerst erzähle ich von meinen eigenen Erfahrungen. Danach berichte ich, wie die Situation in meinem Heimatland ist. Dann nenne ich Vor- und Nachteile und sage meine Meinung.
Folie 2: Ich arbeite bei einer Versicherung und bin seit zwei Jahren zwei Tage pro Woche im Homeoffice. Am Anfang war das schwierig, weil ich keinen Schreibtisch hatte und meine Kinder oft zu Hause waren.
Folie 3: In meinem Heimatland, in Brasilien, arbeiten heute auch viele Leute von zu Hause aus, besonders in den großen Städten. Dort braucht man oft mehr als eine Stunde bis zur Arbeit, zum Beispiel in São Paulo.
Folie 4: Ein großer Vorteil ist, dass man keine Zeit im Verkehr verliert. Man kann sich die Zeit auch besser einteilen. Ein Nachteil ist aber, dass man die Kollegen seltener sieht. Ich vermisse zum Beispiel die Gespräche in der Mittagspause. Meiner Meinung nach ist eine Mischung am besten: zwei oder drei Tage zu Hause und den Rest der Woche im Büro.
Folie 5: Zum Schluss möchte ich sagen: Homeoffice ist praktisch, aber nicht für jeden und nicht jeden Tag. Vielen Dank fürs Zuhören!
Achte auf die Signalwörter: zuerst, danach, dann, zum Schluss. Sie machen es den Zuhörenden leichter, dir zu folgen (das zählt für die Kohärenz), und sie geben dir Halt, wenn du den Faden verlierst.
Feedback und Fragen (Teil 3)
Teil 3, „Über ein Thema sprechen“, dauert etwa zwei Minuten. Nach deiner Präsentation reagierst du auf Feedback und Fragen von deinem Partner oder deiner Partnerin und von den Prüfenden. Nach der Präsentation deines Gegenübers gibst du selbst Feedback und stellst eine Frage. Hör also aktiv zu, während dein Gegenüber präsentiert, und merke dir etwas, das dir neu oder interessant vorkam: Daraus werden dein Feedback und deine Frage.
| Redemittel | Damit kannst du … |
|---|---|
| Danke für deine Präsentation, sie hat mir gut gefallen. | dein Feedback einleiten |
| Besonders interessant fand ich, was du über … gesagt hast. | sagen, was dir aufgefallen ist |
| Neu für mich war, dass … | erwähnen, was du Neues erfahren hast |
| Ich habe noch eine Frage: Wie ist das bei dir, wenn …? | deine Frage stellen |
| Danke für die Frage. Also, bei mir ist es so: … | deine Antwort auf eine Frage beginnen |
| Da hast du recht / Da haben Sie recht, daran habe ich nicht gedacht. | einen guten Punkt anerkennen |
| Vielleicht habe ich das nicht klar genug gesagt. Ich meine, dass … | ein Missverständnis klären |
Gemeinsam etwas planen
Diese Aufgabe haben alle mündlichen Prüfungen B1 gemeinsam. Beim Goethe-Zertifikat und beim ÖSD ist sie Teil 1 (etwa drei Minuten), bei telc Deutsch B1 und beim DTZ Teil 3 (beim DTZ etwa sechs Minuten für euch beide). Du und dein Partner oder deine Partnerin bekommt eine Situation und ein paar Punkte, über die ihr entscheiden sollt, und plant gemeinsam etwas: einen Ausflug, eine Feier, einen Besuch, einen Gefallen für jemanden. Es ist der interaktivste Teil der Prüfung, und hier hören die Prüfenden am deutlichsten, ob du ein echtes Gespräch führen kannst.
Denk dabei an einen Ablauf statt an eine Liste von Meinungen: vorschlagen, reagieren, höflich zustimmen oder widersprechen, einen Gegenvorschlag machen, entscheiden und am Ende zusammenfassen. Sorg dafür, dass jeder Punkt auf dem Blatt eine Entscheidung bekommt, und fass dich kurz, damit das Gespräch hin- und hergeht.
Die Redemittel unten sind mit du formuliert, wie es unter Prüflingen oft üblich ist; mit den Prüfenden bleibst du beim Sie. Wenn ihr beide lieber beim Sie bleibt, ist das genauso in Ordnung, solange ihr dabei bleibt.
| Sprechabsicht | Redemittel |
|---|---|
| Vorschlagen | Wie wäre es, wenn wir …? Ich schlage vor, dass wir … Wollen wir …? |
| Nach der Meinung deines Gegenübers fragen | Was meinst du? Was ist dir lieber: … oder …? |
| Zustimmen | Gute Idee, so machen wir das. Da bin ich ganz deiner Meinung. |
| Höflich widersprechen | Ich weiß nicht, ob das klappt, weil … Das ist eine Möglichkeit, aber … |
| Einen Gegenvorschlag machen | Was hältst du davon, wenn wir stattdessen …? Wir könnten auch … |
| Entscheiden | Also, dann machen wir es so: … Gut, dann nehmen wir … |
| Zusammenfassen | Lass uns kurz zusammenfassen: … Ich kümmere mich um …, und du … |
Hier ein vollständiges Beispiel. Die Situation: Eure Nachbarin, Frau Becker, zieht weg, und ihr möchtet ein Abschiedspicknick für sie organisieren. Zu entscheiden sind: wann, wo, wer was mitbringt und was ihr tut, wenn es regnet.
Beispieldialog: ein Abschiedspicknick für eine Nachbarin
Ana: Frau Becker aus dem dritten Stock zieht ja nächsten Monat zu ihrer Tochter nach Hamburg. Wie wäre es, wenn wir für sie ein Abschiedspicknick organisieren?
Karim: Gute Idee! Ich würde Sonntag in zwei Wochen vorschlagen, so gegen drei Uhr. Passt dir das?
Ana: Sonntag passt mir gut, aber um drei schaffe ich es nicht, ich arbeite bis zwei. Wollen wir lieber um fünf anfangen?
Karim: Einverstanden, um fünf. Und wo feiern wir? Im Hof ist ziemlich wenig Platz.
Ana: Stimmt. Was hältst du davon, wenn wir in den Park an der Ecke gehen? Dort gibt es Tische und Bänke.
Karim: Das finde ich gut, dann hat Frau Becker auch keinen langen Weg. Und was machen wir mit dem Essen? Ich könnte einen Kuchen backen.
Ana: Super. Ich frage die anderen Nachbarn, ob jeder etwas mitbringt, zum Beispiel einen Salat oder Getränke.
Karim: Gut. Aber was machen wir, wenn es regnet?
Ana: Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Vielleicht können wir den Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss reservieren?
Karim: Ja, das ist eine gute Lösung. Ich rufe morgen bei der Hausverwaltung an.
Ana: Also, lass uns kurz zusammenfassen: Sonntag in zwei Wochen um fünf im Park, bei Regen im Gemeinschaftsraum. Du backst einen Kuchen und kümmerst dich um den Raum, ich spreche mit den Nachbarn.
Karim: Genau, so machen wir es.
Darum funktioniert es: Jeder Beitrag reagiert auf den vorherigen, beide machen Vorschläge, jeder Punkt wird entschieden, der einzige Widerspruch kommt mit einer Begründung und einem Gegenvorschlag, und der letzte Beitrag fasst zusammen, wer was macht.
Themen zum Vorbereiten
Die Aufgaben auf Niveau B1 kommen aus dem Alltag. Dein genaues Thema kennst du vorher nicht, aber für jeden der Bereiche unten kannst du Wörter und eine Meinung vorbereiten. Achte bei jedem Thema darauf, dass du deine eigene Situation beschreiben, sie mit deinem Heimatland vergleichen und sagen kannst, was du denkst, mit einer Begründung.
| Thema | Darüber solltest du sprechen können | Nützliche Wörter |
|---|---|---|
| Arbeit | dein Beruf und dein Arbeitstag, Kolleginnen und Kollegen, Bewerbung, Arbeiten im Homeoffice | die Bewerbung, die Arbeitszeit, der Feierabend, kündigen |
| Wohnen | deine Wohnung, Nachbarn, Umzug, Wohnungssuche | die Miete, die Nebenkosten, der Umzug, die Hausverwaltung |
| Gesundheit | Arztbesuch, gesund bleiben, Sport und Schlaf | der Termin, die Krankenkasse, sich erkälten, sich krankmelden |
| Einkaufen | Wochenmärkte und Supermärkte, Online-Einkauf, Umtausch und Rückgabe | die Quittung, das Angebot, umtauschen, online bestellen |
| Freizeit | Wochenende, Hobbys, Vereine, mit Freunden ausgehen | der Verein, ausgehen, sich verabreden, das Hobby |
| Reisen | Ausflüge, Urlaubspläne, Unterkunft, was schiefgelaufen ist | die Unterkunft, buchen, die Sehenswürdigkeit, Urlaub machen |
| Medien | Nachrichten, Streaming und Fernsehen, soziale Medien, dein Handy | die Nachrichten, die Werbung, soziale Medien, das Handy |
| Umwelt | Recycling, Energie sparen, Wetter und Klima | die Mülltrennung, Energie sparen, umweltfreundlich, das Klima |
| Feste und Feiern | Geburtstage, Feiertage, Traditionen bei dir zu Hause und in Deutschland | das Fest, feiern, einladen, die Tradition |
| Sprachenlernen | warum du Deutsch lernst, was dir hilft, Kurse und Apps | der Sprachkurs, üben, sich verbessern, die Prüfung |
| Essen und Kochen | Essgewohnheiten, zu Hause kochen oder auswärts essen, Gerichte aus deinem Land | das Gericht, das Rezept, selbst kochen, vegetarisch |
| Verkehr | der Weg zur Arbeit, Bus und Bahn, Radfahren, Straßenverkehr | die Verbindung, umsteigen, die Verspätung, die Monatskarte |
So wird die mündliche Prüfung bewertet und wo du Punkte verlierst
Jede Prüfung hat ihren eigenen Bewertungsbogen, aber alle laufen auf eine Frage hinaus: Hast du getan, was die Aufgabe verlangt, und das in einem Deutsch, dem man gut folgen kann?
- Goethe-Zertifikat B1 und ÖSD Zertifikat B1 (eine gemeinsame Prüfung): Sprechen ist ein eigenes Modul mit bis zu 100 Punkten; zum Bestehen brauchst du 60. Die Prüfenden bewerten zuerst, ob du jede Aufgabe erfüllt hast (Erfüllung). Bei der Planungsaufgabe und der Präsentation bewerten sie außerdem deinen Wortschatz und deine Strukturen sowie die Interaktion beim Planen und die Kohärenz deiner Präsentation. Die Aussprache wird über alle drei Teile hinweg bewertet. Bekommt die Erfüllung null Punkte, wird der gesamte Teil mit null Punkten bewertet.
- telc Deutsch B1: Die mündliche Prüfung bringt 75 Punkte (15 fürs Kennenlernen, 30 fürs Themengespräch, 30 fürs gemeinsame Planen), bestanden hast du sie mit 60 %, also 45 Punkten, unabhängig vom schriftlichen Teil. Die Bewertungskriterien findest du im offiziellen Übungstest auf telc.net.
- DTZ: Bewertet werden Aufgabenbewältigung, Aussprache und Intonation, Flüssigkeit, Korrektheit und Wortschatz. Für ein B1-Zertifikat brauchst du B1 im Sprechen und B1 entweder im Teil Hören und Lesen oder im Teil Schreiben. Ein Ergebnis im Sprechen „unter A2“ bedeutet: gar kein Zertifikat.
Sechs Fehler, die Punkte kosten
- Einen Text ablesen. Notizen sind eine Gedächtnisstütze, kein Text zum Vorlesen. Selbst in den Anweisungen für die Prüfenden im Goethe-Übungssatz steht, dass Prüflinge nicht alles von ihren Notizen ablesen sollen. Schreib Stichwörter statt Sätze und schau deine Zuhörenden an.
- Im Planungsgespräch Monologe halten. Zwei Personen, die abwechselnd Reden halten, führen kein Gespräch. Beschränke jeden Beitrag auf zwei oder drei Sätze und beende viele davon mit einer Frage an dein Gegenüber.
- Das Gegenüber ignorieren. Reagiere auf das, was dein Gegenüber gerade gesagt hat, bevor du deine eigene Idee einbringst. „Gute Idee, aber …“ mit einer Begründung zeigt mehr Interaktion als ein perfekter Satz, der das Gegenüber übergeht.
- Erstarren, statt umzuformulieren. Wenn dir ein Wort fehlt, umschreibe es: „so etwas wie …“, „das Ding, mit dem man …“, „mir fällt das Wort gerade nicht ein, aber …“. Schweigen gibt den Prüfenden nichts zum Bewerten; eine Umschreibung zeigt genau die Fähigkeit, um die es auf Niveau B1 geht.
- Vorgaben auslassen. Jede Vorgabe auf dem Aufgabenblatt und jede Folie zählt für die Erfüllung der Aufgabe, und jede, die du auslässt, kostet Punkte. Wirf vor dem Schluss einen Blick auf das Blatt und prüfe, ob du alles abgedeckt hast.
- Die Zeit falsch einteilen. Die Prüfungsteile sind kurz. Wer zwei Minuten für die erste Folie braucht, kommt nie zu seiner Meinung und zum Schluss, die genauso viel zählen. Übe mit einer Stoppuhr, bis sich die Länge natürlich anfühlt.
So übst du für die mündliche Prüfung allein: ein Vier-Wochen-Plan
Mit einem Gesprächspartner geht es leichter, aber den größten Teil der Vorbereitung schaffst du auch allein. Du musst jeden Tag laut sprechen, unter etwas Zeitdruck und mit ehrlichem Feedback. Hier ist ein Plan für die vier Wochen vor deiner Prüfung. Nimm dich jede Woche mindestens einmal auf, stoppe die Zeit und hör dir die Aufnahme an: Du hörst die Füllwörter, die langen Pausen und die wiederkehrenden Fehler, die dir beim Sprechen nie auffallen.
Woche 1: Stell dich vor und reagiere laut
Schreib Stichwörter für deine Vorstellung (Herkunft, Wohnort, Arbeit, Familie, Sprachen, Freizeit) und übe, bis du zwei Minuten sprechen kannst, ohne draufzuschauen. Bereite Antworten auf fünf wahrscheinliche Nachfragen vor. Trainiere dann schnelle Reaktionen mit „Was würdest du sagen?“ in Viglot: Du siehst eine Situation und ein Bild, antwortest laut und bekommst Feedback, ob deine Antwort passend und richtig war, dazu eine Musterantwort zum Lernen.
Woche 2: Bilder, Themen und Meinungen
Arbeite jeden Tag zwei Themenbereiche aus der Liste durch. Nimm ein Foto aus einer Zeitung oder von deinem Handy und beschreibe es mit den vier Bausteinen: was du siehst, deine Erfahrung, dein Heimatland, deine Meinung. Damit du flexibel bleibst, wenn dir ein Wort fehlt, übe das Umformulieren schriftlich in der Übung „Mit eigenen Worten“: Du bekommst einen Satz und schreibst ihn mit anderen Worten, aber derselben Bedeutung, neu.
Woche 3: Präsentationen und Planungsgespräche
Wenn du das Goethe-Zertifikat oder das ÖSD Zertifikat ablegst, erstell jeden Tag eine Präsentation mit fünf Folien zu einem neuen Thema: 15 Minuten Stichwortnotizen, dann in etwa drei Minuten laut präsentieren und aufnehmen. Wenn du telc oder den DTZ machst, übe stattdessen die Aufgabe zu Thema oder Bild. Für die Planungsaufgabe führst du Gespräche mit einem Ziel: In den Sprachaufgaben von Viglot sprichst du mit einem Gesprächspartner, der in seiner Rolle antwortet, und erfährst danach, ob du dein Ziel erreicht hast, samt Feedback zu Grammatik, Wortschatz, Flüssigkeit und Aussprache.
Woche 4: Blockaden lösen und den offiziellen Modelltest durchspielen
Übe, wieder in Gang zu kommen, wenn du stecken bleibst. Bei „Mach dich verständlich“ versteht dich dein Gesprächspartner absichtlich falsch, und du klärst, formulierst um oder gibst ein Beispiel, bis deine Aussage ankommt. Genau das rettet dich, wenn du in der Prüfung ins Stocken gerätst. In den letzten Tagen gehst du den offiziellen Modelltest deiner Prüfung unter echten Zeitvorgaben durch, am besten mit einem Freund oder einer Freundin als Partner, damit dich das Format nicht überrascht.
Damit alle Szenarien bei den Prüfungsthemen bleiben, gib beim Anlegen deines Kurses „Goethe-Zertifikat B1“, „telc Deutsch B1“, „ÖSD Zertifikat B1“ oder „DTZ“ als Thema ein. Viglot plant den Prüfungsstoff Einheit für Einheit, und jedes neue Szenario nimmt sich die nächste Einheit vor, mit Wortschatz sowie Hör- und Sprechübungen rund um deren Thema.
Die Kernübungen und Spaced Repetition sind kostenlos. Aussprache-Training, Sprachaufgaben, Mach dich verständlich, Was würdest du sagen?, Mit eigenen Worten, Hörverstehen, kulturelle Nuance und Grammatikübungen sind Premium, und du kannst sie in der Testphase alle gratis ausprobieren, ganz ohne Kreditkarte.
Was Viglot ist und was nicht
Viglot ist eine App zum täglichen Üben. Sie trainiert die Fähigkeiten, die in der mündlichen Prüfung bewertet werden, etwa schnell reagieren, mit jemandem etwas planen, eine Meinung vertreten und ein Missverständnis ausräumen, in kurzen Szenarien zu Alltagsthemen und mit Feedback zu dem, was du gesagt hast. Viglot ist unabhängig und hat keine Verbindung zum Goethe-Institut, zu telc oder zum ÖSD. Die App simuliert keine kompletten Probeprüfungen und kann das Bestehen nicht garantieren. Kombiniere sie deshalb mit den offiziellen Modelltests: dem Übungssatz zum Goethe-Zertifikat B1, dem Modellsatz zum ÖSD Zertifikat B1, dem Übungstest zu telc Deutsch B1 und dem DTZ-Modelltest.